portraits

Vision e.V., innovative Drogenselbsthilfe in Köln

Motiv, Konzept und Ablauf des zweitägigen Vision-Shooting

In den Portraits der Mitarbeiter und Besucher zeigt sich mein Wunsch nach persönlichen und berührenden Bildern. Das Thema Drogen liegt mir nahe, beziehungsweise Menschen, die nicht im Fokus oder in der Begünstigung des Mainstreams liegen. Mit meinen Eltern und einem größeren Bruder bin ich in einer Arbeitersiedlung groß geworden. In späteren Bekanntenkreisen wurden Drogen gebraucht. Ich schätze die Arbeit der Vision e.V.

 

Schwarz-Weiß wählte ich, weil in meinen Augen jede Farbe eine Aussage trifft, und durch Farbreduktion Raum für Phantasie ensteht. Ich wollte nur wenige visuelle Informationen einfließen lassen. Dazu kam ein nur leicht strukturierter dunkelgrauer, aber nicht schwarzer Hintergrund in Frage. Für die Aufnahmen setzte ich das Tageslicht der Fenster ein, zusätzlich Tageslichtlampen, Oktaboxen, Reflektoren und Diffusoren. Die Deckenleuchten über dem Arbeitsbereich wurden abgeschaltet.

 

Der Arbeitsbereich war etwa drei Mal vier-fünf Meter groß, und befand sich im großen Aufenthaltsraum, der als Café, Treffpunkt, Kontakt- und Anlaufstelle sowie als Zugang zu sanitären Angeboten dient. Der Bereich genügte für Brennweiten wie 50 Millimeter oder 85 Millimeter. Ganzkörperfotos waren nur im Hochformat möglich.

 

Besuchern und Mitarbeitern stand es frei, den durch Molton abgetrennten Bereich zu betreten und sich porträtieren zu lassen. Für mehrere Besucher war es eine einmalige Gelegenheit, Fotos von sich zu erhalten. Prinzipiell wusste ich nicht, wer an den beiden Shootingtagen zu mir kommt. Auf Vorgaben jeglicher Art hatte ich verzichtet.

 

Bei den Portraits folgte ich der Idee, Gesichter und Körper zu beleuchten, die Umgebung abzudunkeln, je nachdem mit Mobilar und Equipment zu arbeiten, mich mit den Leuten zu unterhalten, sie zu bestimmten Positionen oder Gesten anzuregen. Das war immer sehr individuell. In der Pressearbeit erlebe ich immer wieder Momente, in denen ich mit den Protagonisten einen unsichtbaren Faden spanne und eine besondere Form der Intimität entsteht. Diese Nähe und dieses Vertrauen wollte ich erreichen. In der Postbearbeitung nahm ich kaum Einstellungen vor.

Fotos (4) bei der Arbeit: Simon Kleimeyer, Vision e.V.